Flächenmangel, unzuverlässiger Solarstrom, gefährdete Arbeitsplätze? Wir räumen mit zehn weiteren Irrtümern über Photovoltaik auf.


In Teil 1 unserer Blog-Serie haben wir bereits die häufigsten Mythen rund um Solarenergie widerlegt, etwa dass Photovoltaik zu teuer, zu ineffizient oder zu wetterabhängig sei. Trotzdem halten sich weitere Irrtümer über Solarstrom hartnäckig und bremsen damit die Energiewende aus. In diesem zweiten Teil entkräften wir zehn weitere Vorurteile mit aktuellen Fakten und Studien.
Ein besonders verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass Mieterinnen und Mieter grundsätzlich vom Zugang zu lokal erzeugtem Solarstrom ausgeschlossen sind. Das stimmt so nicht. Möglich machen das vor allem zwei gesetzliche Modelle, die mit dem Solarpaket I 2024 gestärkt wurden: das klassische Mieterstrommodell nach § 42a EnWG und die neuere Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) nach § 42b EnWG.
Der wesentliche Unterschied: Beim Mieterstrommodell übernimmt der Betreiber die volle Stromversorgung inklusive Reststrom. Bei der GGV liefert die Solaranlage nur den PV-Strom, während die Letztverbraucher ihren Reststromvertrag frei wählen können. Das senkt den bürokratischen Aufwand erheblich und macht das Modell gerade für Gewerbeimmobilien attraktiv.
Auch bei hellgrün setzen wir aktiv auf das GGV-Modell, um Gewerbemieterinnen und Gewerbemietern den direkten Zugang zu lokal erzeugtem, günstigem Solarstrom vom eigenen Dach zu ermöglichen, ganz ohne dass sie selbst investieren müssen. Mehr Infos hier.
Zusätzlich gibt es für Privatpersonen Balkonkraftwerke, mit denen auch Mieterinnen und Mieter selbst Solarstrom erzeugen können, sowie die Möglichkeit, sich finanziell an PV-Anlagen zu beteiligen.
Auch dieser Irrglaube lässt sich mit einfachen Fakten widerlegen. Flachdächer, Industriehallen, Lärmschutzwände und Fassaden bieten enormes ungenutztes Potenzial. Hinzu kommen innovative Lösungen wie Agri-PV auf landwirtschaftlichen Flächen oder Floating-PV auf Wasserflächen.
Zur Einordnung: Deutschland verbraucht jährlich rund 500 Terawattstunden für Strom, Heizung und Verkehr. Moderne Solarmodule erzielen heute eine Leistungsdichte von etwa 205 bis 210 Watt pro Quadratmeter. Bei durchschnittlicher Sonneneinstrahlung ließe sich der gesamte deutsche Energiebedarf theoretisch mit einer Fläche von rund 885 Quadratkilometern decken. Das entspricht etwa 0,25 Prozent der deutschen Landesfläche.
Laut einer KIT-Studie aus 2018 liegt das wirtschaftlich nutzbare PV-Potenzial im deutschen Gebäudebestand allein, also ohne Freiflächen, bei etwa 1.158 bis 2.482 TWh jährlich. Das Fraunhofer ISE geht davon aus, dass Photovoltaik bis 2050 rund 30 Prozent des deutschen Strombedarfs decken wird.
Wer sich das Solardach-Potenzial für einzelne Regionen oder Gebäude genauer anschauen möchte, findet beim Solaratlas von EO Solar eine bundesweit einheitliche Datengrundlage.
2: Mythos 3: "Solar- und Windstrom sind unzuverlässig"
Erneuerbare Energien sind wetterabhängig, das stimmt. Das bedeutet aber nicht, dass sie die Versorgungssicherheit gefährden. Lastmanagement, Speicherlösungen und immer genauere Wetterprognosen sorgen dafür, dass die Netze auch bei einem hohen Anteil erneuerbarer Energien stabil bleiben. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hält dazu fest, dass eine heimische PV-Produktion langfristig Versorgungssicherheit bei hohen Umwelt-, Sozial- und Qualitätsstandards bietet.
Auch diesem Mythos widersprechen aktuelle Untersuchungen. Eine Studie des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft zeigt, dass Solarparks sich positiv auf die Artenvielfalt auswirken können, wenn sie naturverträglich geplant werden. Sie schaffen neue Lebensräume für Flora und Fauna in einer sonst oft strukturarmen Agrarlandschaft.
Auch landwirtschaftliche Nutzflächen sind dabei kaum betroffen. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz entstehen Freiflächenanlagen bevorzugt auf Konversionsflächen wie ehemaligen Militärarealen oder Flughäfen, in Industriegebieten oder entlang von Autobahnen und Schienen. Eine echte Flächenversiegelung findet dabei meist nicht statt, da die Unterkonstruktionen der Module nur minimal in den Boden eingreifen.
H2: Mythos 5: "PV-Anlagen geben gesundheitsschädliche Strahlung ab"
Dieses Vorurteil lässt sich klar entkräften. Unter Elektrosmog versteht man technisch erzeugte elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder. Die Felder von PV-Anlagen sind vergleichbar mit denen gewöhnlicher Haushaltsgeräte und liegen deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten. Nach Angaben des Fraunhofer ISE sind im Zusammenhang mit PV-Anlagen keine Gesundheitsschäden durch elektromagnetische Felder bekannt.
Über Geschmack lässt sich streiten, über die technischen Möglichkeiten nicht. Heute gibt es hochwertige, komplett schwarze Module ohne sichtbaren Rahmen, gebäudeintegrierte PV-Lösungen, Solardachziegel und sogar Systeme, die im Denkmalschutz eingesetzt werden können. Architektinnen und Architekten können mittlerweile aus einer breiten Palette optisch anspruchsvoller Lösungen wählen.
Die fossile Industrie verliert tatsächlich Arbeitsplätze. Gleichzeitig entstehen in der Erneuerbaren-Branche deutlich mehr neue, zukunftsfähige Jobs, etwa in Installation, Planung, Wartung, Softwareentwicklung und Logistik. Laut dem aktuellen Jahresbericht von IRENA und der Internationalen Arbeitsorganisation waren 2024 weltweit rund 16,6 Millionen Menschen in der Erneuerbaren-Branche beschäftigt, davon etwa 7,2 Millionen allein im Solarbereich. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr ist mit etwa 2,3 Prozent zwar moderater ausgefallen als in den Jahren zuvor, was vor allem an Automatisierung und Überkapazitäten in der Modulfertigung liegt. Die Branche bleibt aber mit Abstand der größte Arbeitgeber unter den erneuerbaren Energien.
Hier lohnt sich ein differenzierter Blick. 2025 wurden in Deutschland Photovoltaik-Anlagen mit rund 16,5 Gigawatt Leistung neu installiert. Das liegt zwar leicht unter dem Rekordjahr 2024 mit rund 17,5 Gigawatt, bewegt sich aber weiterhin auf einem historisch hohen Niveau. Ende 2025 waren in Deutschland insgesamt rund 117 Gigawatt PV-Leistung installiert, Photovoltaik deckte im Jahresverlauf bereits etwa 16,8 Prozent des deutschen Strombedarfs. Von einem Ende des Solarbooms kann also keine Rede sein, auch wenn das Wachstumstempo im Vergleich zu den Vorjahren etwas nachgelassen hat. (Da sich die politischen Rahmenbedingungen laufend ändern, empfiehlt sich vor Veröffentlichung ein kurzer Blick auf die aktuellsten Zahlen der Bundesnetzagentur.)
Saubere Solaranlagen arbeiten zwar etwas effizienter, in der Praxis reinigt sich eine Anlage aber meist von selbst. Regen, Wind und die Neigung der Module reichen in den allermeisten Fällen aus. Nur bei starkem Pollen- oder Staubaufkommen oder bei sehr flach montierten Anlagen kann gelegentliches Nachhelfen sinnvoll sein.
Photovoltaik ist ein technisch anspruchsvolles System, keine Frage. Genau deshalb gehört die Umsetzung in erfahrene Hände. Mit professioneller Planung, Montage und Anmeldung laufen Bau und Betrieb reibungslos, sodass Herausforderungen wie Blitzschäden oder Brandrisiken von vornherein minimiert werden. Wenn Sie mit hellgrün eine Dachanlage für Ihre gewerbliche Immobilie planen, übernehmen wir Planung, Umsetzung und Betrieb nach einheitlich hohen Qualitätsstandards, von der kostenfreien Dachanalyse über die Vertragsdetails bis zur laufenden Wartung.
Im Internet kursieren nach wie vor viele Falschinformationen zur Solarenergie. Uns ist es wichtig, verlässliche Fakten zu liefern, auf die man sich verlassen kann. Denn ohne den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien lassen sich die Klimaziele kaum erreichen.
Die häufigsten Vorurteile sind längst widerlegt. Wer noch mehr über gängige Solar-Mythen lesen möchte, findet in Teil 1 unserer Blog-Serie weitere Antworten.
Finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu unseren Lösungen
Ja. Über Mieterstrommodelle, die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung oder Balkonkraftwerke können auch Mieterinnen und Mieter ohne eigenes Dach von lokal erzeugtem Solarstrom profitieren.
Beim Mieterstrommodell übernimmt der Anlagenbetreiber die volle Stromversorgung inklusive Reststrom. Bei der GGV liefert er nur den PV-Strom, während Mieterinnen und Mieter ihren Reststromvertrag frei wählen. Das macht die GGV bürokratisch schlanker.
Ja. Dächer, Fassaden, Lärmschutzwände, Konversionsflächen und Agri-PV bieten ein Vielfaches des tatsächlichen Bedarfs, ganz ohne dass sensible Naturräume beansprucht werden müssen.
Im Gegenteil. Richtig geplante Solarparks können in strukturarmen Agrarlandschaften neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen, wie Studien des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft zeigen.
Nein. Die elektromagnetischen Felder von PV-Anlagen liegen deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten und sind mit denen gewöhnlicher Haushaltsgeräte vergleichbar.